Ugur Sahin erhält Deutschen Krebspreis 2019

Ugur Sahin erhält Deutschen Krebspreis 2019

Michael Platten, Ugur Sahin, Roland Rad und Dieter Saur wurden für ihre wegweisenden Arbeiten in der Onkologie geehrt

Der Deutsche Krebspreis, gestiftet von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung, zählt zu den höchsten Auszeichnungen in der deutschen Krebsmedizin. In der Sparte „Klinische Forschung“ ging die Auszeichnung in diesem Jahr an Prof. Dr. Michael Platten (Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg; Universitätsmedizin Mannheim); im Bereich „Translationale Forschung“ wurde Prof. Dr. Ugur Sahin (TRON – Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gemeinnützige GmbH) geehrt, in der Sparte „Experimentelle Forschung“ teilten sich Prof. Dr. Roland Rad und Prof. Dr. Dieter Saur (beide vom Deutschen Krebskonsortium DKTK an der TU München, Klinikum rechts der Isar) den Preis. Die Forscher wurden auf dem 20. Internationalen AEK-Kongress in Heidelberg ausgezeichnet.

Ugur Sahin arbeitet erfolgreich an der Schnittstelle zwischen immuntherapeutischer Forschung und klinischer Praxis. Seine Beiträge umfassen Tumorstrukturen, die sich als Ziele für eine Immuntherapie eignen, und Pionierarbeiten zur Entwicklung personalisierter Krebsimpfstoffe, die dem Immunsystem den breit angelegten Angriff auf den Tumor ermöglichen. Diese Impfstoffe enthalten Nanopartikel, die mit individuell für den Krebspatienten maßgeschneiderter tumorspezifischer Boten-RNA beschichtet sind. Die Immunzellen des Körpers erhalten durch die Impfung sehr detaillierte und spezifische Informationen über den Tumor, den sie bekämpfen sollen. Das Besondere der von Sahin eingeführten Methode ist ihre universelle Anwendbarkeit für verschiedene Krebsarten. Ein weiterer Vorteil: Herkömmliche Behandlungsansätzen sind üblicherweise gegen einzelne Strukturen der Krebszellen gerichtet. Im Gegensatz dazu aktiviert der mRNA-Impfstoff das körpereigene Immunsystem gegen viele Zielstrukturen, die direkt von den Mutationen der Krebszellen abstammen. Dadurch wird es für Krebszellen schwieriger, die Therapie zu unterlaufen. Erste Ergebnisse einer klinischen Phase I-Studie zeigen, dass die Verabreichung des Impfstoffes bei Hochrisikopatienten mit Melanom im Endstadium starke Immunantworten sowie eine vielversprechende Antitumoraktivität auslöst.

Die vollständige Pressemitteilung der DKG finden Sie hier.

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